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GroKo: RCDS in Bayern begrüßt Einigung, sieht dennoch den Bildungsföderalismus gefährdet

GroKo: RCDS in Bayern begrüßt Einigung, sieht dennoch den Bildungsföderalismus gefährdet

Nach nun fast vier Monaten Verhandlungsmarathon ist die Einigung von CDU, CSU mit der SPD für eine Große Koalition nur begrüßenswert. Der Landesvorsitzende des RCDS in Bayern e.V. Moritz Möller befürwortete den Abschluss der Verhandlungen. „Für uns Studenten wurde viel erreicht. Besonders hervorheben möchte ich das Thema der Digitalisierung. In der heutigen Zeit benötigen wir Lehr- und Lernangebote, welche digital den Studenten, Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern zur Verfügung stehen“, so der RCDS-Chef Möller. Daher ist auch die Evaluation und Novellierung des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz notwendig und erfreulich, welches ebenfalls von einer neuen Bundesregierung umgesetzt werden soll.

Dennoch ist klar, dass die digitalen Kompetenzen an den Universitäten und Hochschulen stärker als bisher ausgebildet werden. Moritz Möller verweist in diesem Zusammenhang darauf: „Heutzutage ist es kaum noch möglich eine Stellenausschreibung zu finden, in der nicht Programmierkenntnisse wie z.B. TYPO 3 verlangt werden. Hier besteht akuter Handlungsbedarf in der Ausbildung der nächsten Akademikergeneration.“

Neben der Digitalisierung findet die Medizinerausbildung Eingang in den Entwurf des Koalitionsvertrages. „Gerade hier in Bayern, mit unseren ländlichen Regionen, ist die Garantie von medizinischer Versorgung essentiell. Daher ist der „Masterplan Medizinstudium 2020“ ein Schritt in die richtige Richtung, um junge Mediziner in die betroffenen Gemeinden zu leiten“, sagt der RCDS-Landeschef Möller heute Mittag.

Einhergehend mit einer steigenden Anzahl an Studienbeginnern wächst die Wohnplatznot in vielen Groß-, aber auch Kleinstädten. „Für einen Studenten ist es kaum noch möglich in München ein Zimmer zu finden, was unter 500 Euro Miete im Monat kostet. Aus diesem Grund ist die Schaffung von studentischen Wohnraums eine Maßnahme, von der wir Studenten stark profitieren werden“, meint Moritz Möller.

Neben den positiven Aspekten, ist die Lockerung des Kooperationsverbots aus Sicht des RCDS in Bayern e.V. eher skeptisch zu betrachten. In den letzten Wochen wurde insbesondere dieses Thema stark in den Fokus der Verhandlungen gestellt. Moritz Möller sagt hierzu: „Bislang wurde der Bildungsföderalismus nicht angegriffen. Die Verstetigung der Bundesmittel auf Grundlage des neu geschaffenen Art. 91b des Grundgesetztes sehe ich allerdings skeptisch, weil so eine klare Trennung zwischen den Aufgaben der Länder und des Bundes verschwimmt und möglicherweise in Zukunft zu einem Abbau des Kooperationsverbots führen kann. Wir müssen daher weiter für die Autonomie der Hochschulen in Bayern, aber auch im gesamten Bundesgebiet kämpfen.“

Abschließend betonte der Landesvorsitzende abermals, dass es sich dennoch um einen sehr zukunftsorientierten Koalitionsvertrag im Bereich von Hochschulpolitik handele.

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