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Kritik an geplanter Senkung der Psychotherapeutenvergütung: Negative Folgen für Versorgung und a… RCDS Bayern

Kritik an geplanter Senkung der Psychotherapeutenvergütung: Negative Folgen für Versorgung und akademischen Nachwuchs

Kritik an geplanter Senkung der Psychotherapeutenvergütung: Negative Folgen für Versorgung und akademischen Nachwuchs

  

München, 22.03.2026 - Die geplante Absenkung der Vergütung für psychotherapeutische Leistungen bei Kassenpatientinnen und -patienten stößt auf deutliche Kritik. Zwar wird aktuell häufig von einer effektiven Kürzung von rund 2,3 Prozent gesprochen, tatsächlich fällt die Absenkung der Leistungen selbst deutlich höher aus: Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat beschlossen, die Vergütung ab 01.04.2026 um 4,5 Prozent zu senken.1 Die Maßnahme gefährdet nicht nur die ohnehin angespannte Versorgungslage, sondern könnte auch langfristig die Attraktivität des Psychologiestudiums und der psychotherapeutischen Ausbildung erheblich mindern. Bereits heute berichten Patientinnen und Patienten von monatelangen Wartezeiten auf einen Therapieplatz. Eine weitere Reduzierung der Vergütung droht diese Situation zu verschärfen: Es ist zu befürchten, dass sich noch mehr Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verstärkt auf Privatpatienten konzentrieren, während gesetzlich Versicherte zunehmend benachteiligt werden. Auch aus Hochschulperspektive ist die Entwicklung besorgniserregend. Die Ausbildung zur Psychotherapeutin bzw. zum Psychotherapeuten ist lang, anspruchsvoll und kostenintensiv. Sinkende Vergütungen im späteren Berufsleben senden ein problematisches Signal an Studenten und Studieninteressierte. Die Attraktivität des Studiengangs Psychologie sowie der anschließenden therapeutischen Weiterbildung könnte deutlich abnehmen, mit langfristigen Folgen für den dringend benötigten Nachwuchs im Gesundheitssystem. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat bereits angekündigt, rechtlich ge gen die geplante Kürzung vorzugehen.2 Dies unterstreicht die Tragweite der Entscheidung und die Notwendigkeit, nachhaltige Lösungen für die Finanzierung psychotherapeutischer Leistungen zu finden. Die Landespressesprecherin des RCDS in Bayern e.V. betont: „Wer heute an der Ausbildung spart und die Vergütung im Gesundheitswesen kürzt, riskiert die Versorgung von morgen. Für Studenten entsteht der Eindruck, dass sich ein so anspruchsvoller und gesellschaftlich essenzieller Berufsweg finanziell kaum lohnt, das können wir uns angesichts des Fachkräftemangels schlicht nicht leisten!“ Wenn politisch von rund 2,3 Prozent gesprochen wird, tatsächlich aber Kürzungen von bis zu 4,5 Prozent im Raum stehen, ist das ein fatales Signal für den gesamten Berufsstand. Der RCDS in Bayern e.V. fordert daher die sofortige Rücknahme der beschlossenen Honorarkürzungen für psychotherapeutische Leistungen, eine nachhaltige und auskömmliche Finanzierung der psychotherapeutischen Versorgung, insbesondere für gesetzlich Versicherte, sowie eine stärkere Berücksichtigung der Ausbildungs- und Studienrealität in gesundheitspolitischen Entscheidungen. Parallelen zeigen sich auch in anderen Bereichen der medizinischen Ausbildung: So wird etwa die unzureichende Vergütung im Praktischen Jahr (PJ) seit Jahren kritisiert. Auch hier führen finanzielle Engpässe zu wachsendem Unmut unter Studenten und werfen Fragen nach der langfristigen Sicherstellung der medizinischen Versorgung auf. Vor diesem Hintergrund ist ein Umdenken dringend erforderlich. Eine stabile und an gemessene Finanzierung psychotherapeutischer Leistungen ist nicht nur für die aktuelle Versorgungslage entscheidend, sondern auch für die Zukunftsfähigkeit des gesamten Gesundheitssystems.

1: https://www.aerzteblatt.de/news/honorarkurzung-fur-psychotherapeuten-beschlossen-6abedcce557a-4223-9b83-e1ca9b30786d (zuletzt augerufen am 21.03.2026).
2: https://www.kbv.de/presse/pressemitteilungen/2026/paukenschlag-kbv-klagt-gegen-massive-kuerzungen-psychotherapeutischer-leistungen (zuletzt aufgerufen am 21.03.2026).

 

Hier die ganze Stellungnahme zum Download

PM Psychotherapeuten.pdf (87,7 KiB)

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