Start der Kampagne gegen Antisemitismus an Hochschulen
Start der Kampagne gegen Antisemitismus an Hochschulen
Ideologisierung und Radikalisierung bei der Jugend: RCDS Bayern diskutiert Herausforderungen für innere Sicherheit und das bayerische Wertesystem
München, 12. November 2025 - Der RCDS in Bayern e.V. hat gemeinsam mit dem Jungen Wirtschaftsbeirat Bayern zu einer hochrangig besetzten Veranstaltung unter dem Titel „Ideologisierung und Radikalisierung bei der Jugend - Wie gefährdet sind unsere innere Sicherheit und das bayerische Wertesystem?“ geladen. Die Beiträge der Redner zeigten klar, dass die aktuellen Tendenzen zunehmend auch Bildungseinrichtungen, staatliche Strukturen sowie das gesellschaftliche Miteinander beeinflussen.
Der November gilt in Deutschland als Erinnerungsmonat an die Opfer antisemitischer Gewalt, von den Novemberpogromen 1938 bis zu den jüngsten antisemitischen Angriffen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Erst vor wenigen Wochen hatte der RCDS in Bayern e.V. anlässlich des Jahrestages des 7. Oktober 2023 öffentlich Stellung bezogen und eindringlich den Anstieg antisemitischer Vorfälle an bayerischen Hochschulen kritisiert. Auch in der aktuellen Veranstaltung wurde deutlich: Ideologische Radikalisierung bei Jugendlichen hat oft antisemitische, extremistische oder demokratiefeindliche Hintergründe und erfordert entschlossenes Handeln.
Jessica Flaster (Vorsitzende des Verbands Jüdischer Studenten in Bayern) gab einen alarmierenden Einblick in die zunehmende Bedrohung jüdischer Studierender an Hochschulen. Sie erklärte: „Viele jüdische Studierende machen sich inzwischen unsichtbar. Die Davidsternkette bleibt zuhause, die Universität wird gemieden oder das Studienfach gewechselt. Für uns ist klar: die Wissenschaftsfreiheit ist bedroht.“
Die Schilderungen von Jessica Flaster zeigen eindringlich, wie sehr die aktuelle Lage den Studienalltag jüdischer Studierender beeinträchtigt. Jüdische Kommilitonen dürfen hierbei nicht allein gelassen werden, sondern benötigen verlässliche Ansprechpartner, sichtbare Solidarität und eine klare aller Hochschulakteure. Der RCDS in Bayern e.V. setzt sich daher für eine Hochschulkultur ein, die jüdisches Leben wertschätzt und schützt.
An die Beobachtungen aus dem Hochschulkontext anknüpfend wies Sandor Horvath (Vorstand des Jungen Wirtschaftsbeirats Bayern) darauf hin, dass sich ähnliche Dynamiken auch im öffentlichen Raum beobachten lassen: „Spätestens seit der Pro Palästina-Demo am 7. November in München erkennen wir, dass sich neue Allianzen gebildet haben, die nicht nur antisemitische Tendenzen aufweisen, sondern in Teilen auch gegen unsere Wirtschaftsordnung und das westliche Wertesystem als Ganzes mobilisieren. Als Verfechter der sozialen Marktwirtschaft und der liberalen Demokratien muss sich auch die gesellschaftliche Mitte positionieren, damit der öffentliche Raum nicht von systemfeindlichen Stimmen eingenommen wird.“
Auch Andreas Weber (Landesvorsitzender des RCDS in Bayern e.V.) stellt fest: „Wir dürfen die Universitäten nicht der sehr kleinen, aber umso lauteren Minderheit von Extremisten und Antisemiten überlassen! Ein überwiegender Teil der Studierenden lehnt diesen Hass entschieden ab, für alle, die ihn jedoch befürworten, muss gelten: Exmatrikulation bei Antisemitismus!“
Die Veranstaltung verdeutlichte: Radikalisierung ist kein Randphänomen mehr, sondern unterwandert zunehmend die Lebenswelten junger Menschen, offline, online und an Hochschulen. Der RCDS in Bayern e.V. sieht es als Kernaufgabe christlich demokratischer Studentenpolitik, Bildungsstätten als Ort der Freiheit, des respektvollen Umgangs und der demokratischen Kultur zu wahren.
Der RCDS in Bayern e.V. positioniert sich konsequent gegen Antisemitismus an bayerischen Universitäten in jeglicher Form. Gerade im Monat des Erinnerns müssen Prävention, politische Bildung und eine klare Haltung Priorität haben!